Sibylle Geiger

Malerin und Kostümdesigner

Die Farben der Sibylle Geiger 

Es ist etwas unerhört Reines in der Pinselführung der Sibylle Geiger, eine Art der Farbdosierung und der Formgebung, die klare und tiefe Bilder vermittelt. Der erste Eindruck, wenn man vor diesen zwanzig Leinwänden in der Ausstellung der Galerie “Al Vicolo” in Vicolo Sforza Cesarini nahe der Piazza dell’Orologio steht, ist der einer Person, die sich ihrer eigenen Träume bewusst ist und sie erzählen kann, im wahrhaft bildhaften Sinne des Wortes. Dabei muss aber gesagt werden, dass diese Art des "Schleiers", den wir in vielen Werken erahnen, dieser Anflug von fast metaphysischer Traumhaftigkeit, auf keinen Fall künstlich wirkt. Sybille Geiger gelingt es in der Tat, uns sanft in ihre Bilder einzubringen und uns Ihre Welt mit großer Natürlichkeit zu vermitteln. Diese Art der Überlagerung von Wirklichkeit und Vorstellung ist der Schlüssel zu vielen zeitgenössischen Bildern, und ist auch – warum denn nicht? – im Film, im Theater und in der Literatur vorhanden. Wie oft haben wir doch einen poetischen Vers für die natürliche Art gepriesen, mit der er uns in einen Traum versetzt oder eine Erkenntnis vermittelt? In der Laufbahn der schweizer Künstlerin gibt es sicher viel Raum für die Entwicklung eines Instinkts der Klarheit. Denken wir nur an ihre umfassenden Erfahrungen als Kostüm- und Bühnenbildnerin: in Paris mit Yves Bonnat, dann Stuttgart, Berlin, München. Eine unendliche Reihe von Arbeiten mit großartigen Künstlern, bis zu ihrer Ankunft in Rom im Jahr 1962, wo sie mit ihrer vierzehn Jahre dauernden Arbeit als Kostümbildnerin für den Film begann. Eine ihrer Arbeiten, in der sich ein wenig deutlicher die Vorstellungskraft der Bühnen- und Kostümbildnerin erkennen lässt, und die wir besonders mögen, sind die “Metamorfosi” aus dem Jahr 1995. Eine Straße, die in Trastevere liegen könnte, aber nicht deshalb so interessant ist. Es ist einfach “die” Straße, die wir auch zur unserer Ureigenen machen können, und das zeitlose Bild, in das wir uns einschwingen können und das uns im Herzen berührt. Vielleicht entspricht dieses Gefühl des Wartens, des “Stand-By”, wie das heute ein Techniker sagen würde, am ehesten der Erwartung, die uns erfüllt, wenn wir uns bestimmte Bühnenbildprojekte ansehen. Aber es ist ein Warten, das noch verstärkt wird, nämlich weil es durch viele kleine Details geladen, potenziert und angereichert wird. So zum Beispiel die farbenfrohen Striche auf der aufgehängten Wäsche, auf seltsame Weise übereinander angeordnet auf eine Art, die mit den Gesetzen der Perspektive nicht zu vereinbaren ist, aber es ist – dennoch – “die Wäsche” unserer Erinnerung. Ebenso wie der leichte Schatten in den Toreinfahrten, der sie bewohnt und lebendig macht. Eine Art des Spiels mit dem Licht, das wir auch in einem anderen Werk finden: “Arco de’ Tolomei”, ebenfalls aus 1995. Der Schatten der Toreinfahrten der beiden Gebäude auf der rechten Seite bringt ihre Plastizität hervor, in einer Art des Spiels mit Lichtflecken. Der eigentliche Straßenraum ist schwebend, wie umhüllt von Nebel.
Mit diesem leichten Nebel, dieser Art des Spiels mit dem Licht erhalten wir in Bildern wie “Città ideale” aus 1996 oder “Bosnia” aus 1995 wichtige Hinweise auf eine Vorstellungswelt, die uns auch zur Reflexion über das Schweigen einlädt. Wie Roberto Curi auf der Karte schreibt, die dem wunderbar gestalteten Katalog beiliegt: ”Durchbruch zu einer besseren Welt, Wetterleuchten der Erinnerung, die verschwommene Landschaft in einem endlichen Horizont, der interessante Augenblicke festhält, sie neu erleben lässt und ihnen in neuem Kontext eine neue Aussage verleiht: das ist es, was uns die Künstlerin nahebringen konnte”.

Max Balazs

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